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15.04.2010 Aleppo

Hallo,

Ich bin heute mitten in der Nacht in Aleppo gelandet, und habe mich dann einem deutschen angehaengt und bin mit ihm in die Stadt gefahren.

Das, mir empfohlene Hotel hatte geschlossen und sass ich auf einmal doch gegen drei Uhr Morgens alleine in Aleppo. Halb so wild. Nachdem ich erst bei einigen anderen Hotels angefragt hatte, die alle um die 40$ pro Nacht verlangten, habe ich letzten Endes noch eines gefunden, dass, wenngleich auch weder sonderlich komfortabel noch sonderlich sauber, immerhin nur 16$ kostet.

Als ich mich dann heute gegen 11 Uhr auf den Weg machte, eigentlich nur um ein Internet Cafe zu finden und mal zu schauen, wo ich eigentlich gelandet bin, traf ich in einem grossen alten Caffe, dem man seine Vergangenheit als Kaserne vor ueber 200 Jahren noch ansah, einen Herrn um die 60. Der hat mir dann heute den ganzen Tag die Stadt erklaert und mir ein wenig in die Stadt geholfen. Er sprach sehr radebrechtes Englisch aber immerhin. Er hatte in Europa Pharmazie studiert und dann International Economies.

Ein wenig hat er mich zwischendurch an Joist erinnert. Er war offensichtlich hoch erfreut in mir einen aufmerksamen Zuhoerer fuer seine Unzaehligen geschichten ueber seine Heimatstadt Aleppo und seine eigene Uralte Familie gefunden zu haben. ER hat mich nicht nur den ganzen Tag in der Stadt herumgefuehrt, sondern mich auch permanent zu allemmoeglichen eingeladen. Schliesslich sogar zu sich nach Hause zum Mittagessen. Seine "Verrrrry goood wive" die das etwas merkwuerdige Essen zubereitet hatte durfte ich allerdings nicht ein einziges mal sehen. Ich musste das Zimmer verlassen als sie aufgedeckt hat, und als ich ins Bad wollte, rief er ihr erst zu, sie solle in ihr Zimmer gehen. Ihr Onkel scheint der Fuehrer der szrischen Kurden zu sein. Und die Familie meines Goenners hat wohl ueber die Jahrhunderte das geschick Aleppos und Syriens mitbestimmt. Er trug noch immer den heute wertlosen Titel Pascha. Bei der zweiten Nargila die wir gerade erst vorhin rauchten hat er mir erzaehlt, dass er sich eigentlich wuenscht woanders eine neue Frau zu finden mit der Sein "Baum neues Leben schaffen koenne".... Das war dann doch etwas befremdlich nach seinen "Verrrrry goood wive" Tiraden, insbesondere in Anbetracht, dass seine beiden Kinder erst Zwei und Vier waren. Ich durfte allerdings nur den vierjaehrigen Jungen sehen.

Aber er war auf jeden ausserordentlich gebildet. Er kannte sich mit Juden Christen und Muslimen, mit Sufis Literatur und Archetektur aus. Und er konnte, wobei koennen sich nicht so sehr direkt auf das sprachliche Vermoegen bezieht, mir zu jedem Haus eine Geschichte erzaehlen.

Er hat mir Verse von Poeten auf arabisch und spanisch vorgetragen und sie dann notduerftig ins englische uebersetzt. Er hat mir von Sartre und Picasso und von den verschiedenen Sultanen und sonstigen Herrschern erzaehlt. Ich hatte auf jeden Fall einen Interessanten ersten Tag hier in Aleppo.

Euch wuensche ich allen viel Spass auch weiterhin beim Lesen dieses Blogs. Ich freue mich immer ueber eurer Kommentare und gruesse und lese sie auch alle. Dem dahinrinnen meiner Internetcaffezeit ist es anzuhaengen, dass ich nicht jedesmal einzeln antworten kann.

Mit den besten Gruessen aus dem schnell dunkel werden Aleppo

Benjamin

 

PS: Aus irgendeinem, etwas suspekten Grund koennen meine EMail Accounts hier in disem Internetcaffe nich geoeffnet werden. Es heisst da jedes Mal irgendwer wolle sich gerade in meinen Account reinhacken. Ich werde aber sicherlich in den naechsten Tagen wieder zugriff auf mein Postfach haben und mich auch persoenlich bei euch melden.

15.4.10 18:48
 



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