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Reisevorbereitungen

Am 15.08, also kommenden Mittwoch werden Dori und ich für gut zwei Wochen nach Jordanien fliegen. So langsam verfestigen sich auch unsere Pläne. Nach unserer Ankunft in Amman um 3 Uhr morgens wollen wir schnell runter nach Aqaba zum roten Meer. Dort für ein paar Tage zwischen den Korallenriffen schnorcheln und uns dann so langsam, vermutlich mit nem eigenen Auto, nach Norden hocharbeiten. Dort stehen das Wadi Rum und Petra an und dann weiter zum Toten Meer. Dort lassen wir uns dann etwas treiben und wollen dann im Biosphärenreservat von Wadi Mujib wandern gehen. Unterwegs nehmen wir dann noch einen Besuch in einer alten Kreuzritterburg mit und nähern uns dann schon wieder Amman. Von dort aus erschließen wir uns dann noch den Norden mit den Ruinen von Jerash und dann gehts auch schon wieder Back Home. Unterwegs versuchen wir euch immer wieder mit Zwischenständen zu versorgen und freuen uns euch alle bald wieder zu sehen. Herzlich grüßen Dorothea und Benjamin
13.8.12 12:55


JUDEN IN MAROKKO - GESCHICHTE

Zweitausendjahre Geschichte

Das Judentum kann in Marokko mit Stolz auf eine zweitausendjährige Geschichte zurückblicken. Auch wenn die Juden hier, genau wie überall auch hin und wieder harte Zeiten hatten, so bilden sie doch einen großen Teil des marokkanischen Erbes. Sie prägten die ersten Silbermünzen und waren groß im Handwerk. Sie spielten eine führende Rolle im Handel, dem Regionalen wie dem Internationalen. Und nicht zuletzt brachten sie andalusische Elemente in die Musik, Literatur und Architektur aber auch in die Küche mit ein. Dinge die Marokko Heute zu einem bunten und attraktiven Ziel für Millionen von Touristen jedes Jahr machen.

Seit der Zeit nach der zerstörung des herodianischen Tempels 70n. Chr. durch den Römer Titus sind Juden rund um das Mittelmeer nachweisbar. In Marokko sind vermutlich auch einige Berberstämme, die ursprüngliche Bevölkerung Marokkos zum Judentum konvertiert, bevor sie sich später zu großen Teilen dem Islam anschlossen. Dies sind die ältesten Juden Marokkos. Doch es gibt noch eine weitere, Heut weit größere Gruppe. Es sind die Juden die vor der Reconquista und der Inquisition aus Spanien und Portugal flohen. Die meisten von Ihnen fanden entweder einen Unterschlupf unter der Hand des Papstes im Vatikan oder kamen nach Marokko.

1492 Alhambra Edikt

1492 hatten die Katholischen Könige Isabella von Kastilien und Ferdinand II. von Aragon im Alhambra-Edikt nach der vollständigen Rückeroberung Andalusiens die Vertreibung oder Konvertrierung aller Juden und Muslime in Spanien angeordnet. Wer vor diesen repressiven Maßnahmen nach Portugal geflohen war, dem blieb ebenfalls nicht viel Zeit, da nur fünf Jahre später auch dort ein ähnlicher Erlass erfolgte.

Die Härte gegenüber den Juden mag vor dem Hintergrund überraschen, dass einige der wichtigsten Berater des spanischen Königshauses und Finanziers der Reconquista Juden waren. Vielleicht liegt die Erklärung darin, dass die Juden die muslimischen Eroberer einst mit offenen Armen empfangen hatten. Unter den Almoraviden hatten die Völker und Religionen schließlich ein goldenes Zeitalter gehabt und waren symbiotisch aneinander gewachsen und ihre Kulturen hatten sich miteinander verwoben. So hatte auch der große jüdische Philosoph Maimonides seine bedeutenden Texte zur Ordnung der Mischna und den grundlegenden Fragen des Judentums auf arabisch geschrieben.

Doch nicht erst die katholischen Könige hatten mit der Toleranz der Almoraviden gebrochen sondern auch schon deren Nachfolger die Almohaden. Vor denen flüchtet Maimonides mit seiner Familie aus Cordoba zunächst nach Fes und später von dort nach Kairo wo er zum Leibarzt des Sultan Saladin wurde. Andere blieben auch in ihrer Heimat und konvertierten, blieben aber insgeheim ihrem alten Glauben treu. Doch auch diese Kryptojuden die von den Spaniern Marranos, Schweine oder neutraler einfach conversos genannt wurden und sich selbst den talmudischen Namen Anusim gaben, hatten mit schwerer Unterdrückung zu kämpfen. Tausende von ihnen wurden von der Inquisition verurteilt und verbrannt.

Den finanziellen Schaden den die Spanier durch den Wegfall ihrer wichtigsten Steuerzahler, Handelshäuser und Banken erlitten, konnten sie leicht durch deren Hinterlassenschaften und das Geld, das Columbus in Amerika entdeckte kompensieren.

Antisemitismus und Emigration: Dreyfus-Affäre, Herzls Judenstaat, Mohammed V

Nach dem zweiten Weltkrieg lebten noch rund 270.000 Juden in Marokko. Heute sind es noch 5.000. Dafür geht man von einer knappen Million Juden marokkanischen Ursprungs aus.

Bis Marokko 1912 französisches Protektorat wurde hatten die Juden in Marokko den Dhimmi-Status, den Status von Schutzbefohlenen, den der Islam für die monotheistischen Religionen vorsieht. Zwar erhielten die Juden unter den Franzosen einige Freiheiten, doch wurden ihnen andere dafür entzogen. Sie durften nun frei ihren Wohnort wählen und mussten nicht mehr in den Ghettoähnlichen Mellahs leben. Dafür wurde ihre rabbinische Selbstverwaltung aufgelöst. Vor allem aber kam mit den Franzosen eine erneute Welle des Antisemitismus. Niemand hatte in Frankreich die antisemitisch geprägte Dreyfus-Affäre vergessen die seit 1894 über zehn Jahre das Land gespalten hatte. Und auch in Marokko hatten die Juden Herzls Ruf nach einem Judenstaat in der Folge der Affäre vernommen. Dennoch blieben die meisten noch in Marokko. Erst nachdem die Juden in Marokko 1940-1942 unter der Herrschaft des Vichy-Regimes die Drohung des Nationalsozialismus gespürt hatten kam es zur ersten großen Emigrationswelle. Auch wenn König Mohammed V. einen Teil der Bedrohung hatte abwenden können, so war doch das Vertrauen in die Französische Vorherrschaft gebrochen. Bis zur Unabhängigkeit Marokkos 1956 verließen 90.000 Juden das Land.

Mit der Unabhängigkeit und Reinthronisierung des Königs Mohammed V. der zuvor von den Franzosen ins Exil gezwungen worden war keimte auch in den jüdischen Gemeinden Marokkos wieder die Hoffnung auf ein gleichberechtigtes Leben. Bereits in seiner ersten Rede versprach Mohammed V. den Juden tatsächlich die gleichen Bürgerrechte. In den ersten zwei Regierungen gab es sogar einen jüdischen Minister, Dr. Benzaken.

In Folge des Sechs-Tage-Krieges 1967 kam es zu einer zweiten Auswanderungswelle, nachdem es auch in Marokko zu Hetzkampagnen und Boykotten gekommen war. Weitere 40.000 Juden verließen das Land. 

 

Herr Azoulay und Zaccharia in der Synagoge in Marrakesch beim Beten am Schabbat

 Diese Synagoge in Fes wurde lange Zeit als Boxstall genutzt. Sie wird jetzt renoviert und soll wieder zum Zentrum der dortigen Gemeinde werden.

 Der Friedhof in Fes im Nebel. Die runden Namenlosen Gräber sind Kindergräber. Die Kinder starben in Epidemien. Die länge ihrer Grabsteine weist auf ihre eigene Körpergröße hin.

 Zwei Schäfer auf dem jüdischen Friedhof in Chefchaouen. Mit Blick auf die blaue Stadt

 


28.3.11 11:20


MAROKKO - BILDER

 Die Mosche Hassan II in Casablanca ragt auf einem Felsen weit ins Meer hinaus. Sie hat das höchste Minarett Nordafrikas und gilt als die drittgrößte Moschee der Welt.

 

Eine Kolossale weiße Neubaukirche mitten in Casablanca

 

Kann man mit Libyschem Öl wirklich noch werben?
Von Libyischen Verhältnissen ist in Marokko jedenfalls nichts zu spüren....

 

 Hier im Jardin Majorelle in Marrakesch wurde die Asche von Yves Saint Laurent nach dessen Tod 2008 verteilt.

 

 Einen Teil des Jahres soll der große Modeschöpfer hier in dieser blauen Villa inmitten seines psychedelischen Gartens verbracht haben.

 

 Meknes ist eine der ehemaligen Königsstädte in Marokko und hat sicherlich mehr zu bieten als Straßenlaternen. 

 

 In Chefchaouen ist wirklich alles blau. Nur nicht die Touristen, die sind meistens eher breit. Chefchaouen gilt als die Hochburg des Kifanbaus. Die Marihuanaproduktion macht einen erheblichen Teil des BIP von Marokko aus. 70% des in Europa gehandelten Haschischs soll aus Marokko stammen.

 

Fes ist seit Jahrhunderten für seine Gerbereien bekannt. Rund um riesige Innenhöfe leben viele Familien von dem Geschäft mit dem Leder. Einige besorgen das Material, Schaf ist das günstigste, Ziege ist edeler. Kuh ist weniger edel aber robuster und Kamel ist robust und zart. Viel Kamelleder kommt aus Saudiarabien, wo es keine so verbreitete Lederindustrie gibt. 

 

 Fes im Früjahr kann auch regnerisch oder wie hier Morgens um halb Acht ziemlich neblig sein.

 

Da fragt man sich doch: "Wer reitet so früh durch Nacht und Wind...." 

15.3.11 11:43


CASABLANCA-LETZTER ABEND

Hallo,

ich bin am Ende angelangt. ZUrueck in Casablanca, im gleichen Hotel wo ich meine Reise begonnen habe, beende ich nun meine Reise. Alles ist fertig und erledigt. Das Hotel bezahlt, das Zugticket zum Flughafen gekauft. Ich muss nur noch morgen was fruehstuecken und dann ein Taxi zum BAhnhof nehmen.

Ich gebe zu, dass meine Eintraege vor allem die letzten nicht mehr vor Spannung barsten, aber ich verspreche hoch und heilig wenn ich wieder zurueck bin nochmal eine Zusammenfassung und Best Of Version zu schreiben.

Mit etwas Zeit, Ruhe und Abstand kann ich euch bestimmt noch viel neues Erzaehlen. Das Material ist da. Ich muss es nur noch schreiben.....

Vielen Dank fuer eure Reisebegleitung und bis bald!

Benjamin

13.3.11 21:30


FES

Heute bin ich mit dem Hollaender und zwei deuzschen Studentinnen aus Mainz die wir zufaellig getroffen haben durch die Stadt gelaufen. Die beiden deutschen hatten auf der Website Couchsurfing.com einen jungen Amerikaner aufgetan der jetzt seit September in Fes lebt. Mit dem haben wir uns dann noch getroffen.

Er hat Arabisch und Islamwissenschaft studiert und unterrichtet hier jetzt Englisch an einer Universitaet als Assistent, was bedeutet, dass er nur zwei Tage die Woche arbeiten muss, da aber selbstverantwortlich ist. Das Haus in dem er wohnt gehoert zwei reichen Suedafrikanischen Frauen, die das alte Haus mitten im Zentrum der Altstadt renoviert haben und es als Investition und Moeglichkeit fuer ihre Rente betrachten. Da das Haus nicht leer stehen soll, werden die grosszuegigen Raeume guenstige, vor allem an auslaendische Studenten oder junge Arbeitnehmer vermietet.

Aus der Synagoge gibt es hier nichts zu berichten, weil ich nicht beim Gottesdienst war. Der haette in der Ville Nouvelle stattgefunden. Stattdessen habe ich mir die eine fuer Touristen offene Synagoge angeschaut und bin einmal um den dahinter liegenden grossen Friedhof gelaufen. Der war leider, wie zwei andere Synagogen geschlossen. Aber Morgen frueh kann ich die wohl nochmal besichtigen. In Scha`llah.....

Direkt im Anschluss an diese Besichtigung werde ich Morgen mit dem Zug von Fes nach Casablanca fahren. Dort muss ich dann noch einmal uebernacht und dann mache ich mich auch schon wieder auf den Heimweg.

12.3.11 20:08


FES IM REGEN

Das Regenwetter haelt weiter an. Vermutlich sogar bis Sonntag. Dennoch hat Fes seinen Charme nicht eingebuesst. Ich bin momentan bin einem Niederlaender unterwegs, was nicht nur nett sondern auch praktisch ist. Gestern Abend als wir ankamen war es ziemlich hart ein Hotel zu finden. Schliesslich sind wir dann bei einer Familie untergekommen, die einige Zimmer in ihrem riesigen Haus an Touristen vermieten. Da wir uns ein Zimmer teilen muessen, waere es fuer mich alleine viel zu teuer gewesen.

Jetzt sind wir gerade auf dem Weg Fes zu erkunden. In Fes gibt es sogar ausgeschilderte Routen, auf denen bei diesem Wetter nicht einmal so viele Touristen unterwegs sind. Allerdings haben vermutlich einheimische Schlepperjungs manchmal die Schilder entfernt oder die Richtungshinweise auf ihnen entfernt, um ihre Jobs zurueckzuerobern.

Viel habe ich dennoch nicht gesehen, aber mein hollaendischer Freund sagt gerade, dass es in Japan einen Tsunami gegeben hat und ein Kernkraftwerk brennt. Also das werde ich jetzt noch in den deutschen Nachrichten checken und dann weiter Fes erkunden.

11.3.11 13:15


CHEFCHAOUEN

Heute habe ich den Tag in der bauen Stadt Chefchaouen etwas noerdlich von Fes verbracht. Nachdem ich vorgestern in Meknes gelandet war habe ich entschieden gleich nach Chefchaouen und dann erst nach Fes zu fahren wo ich am Samstag nochmal den Gottesdienst in der Synagoge besuchen moechte.

Chefchaouen ist ein wunderschoenes kleines Stadtchen relativ weit im Norden Marokkos, dass seit seiner massiven Besiedlung durch, 1492 aus Spanien geflohene oder ausgewiesene Juden blau gestrichen ist. Alles ist blau. Treppen, Tueren, Fensterrahmen, Saeulen, Hauswanede. Einfach alles.

Leider nicht so der Himmel. Ich bin hier voellig eingeregnet. Dennoch bin ich Heute mit zwei anderen Deutschen aus Berlin, die zufaellig sogar eine Kommilitonin von mir kennen, und einem Hollaender vier Stunden auf einem der nahen Berge unterwegs gewesen.

Morgen werde ich dann vermutlich zurueck nach Fes fahren. Und dann ist es ja auch schon nicht mehr lang, bis ich wieder da bin.

Liebe Gruesse!

10.3.11 01:00


MARRKOANER UND DAS GELD-MEKNES

Fuer ein paar Dirham (1€=11Dh) lassen Marrkoanner scheinbar alles fallen.

Heute Morgen habe ich mich um 9 auf den Weg gemacht um den Bus nach Fes zu nehmen. Ich hatte mir dringend vorgenommen die Route ueber den Osten durch das Atlasgebirge zu nehmen, da die andere wieder ueber Casablanca gefuehrt haette und ich die Route ja schon hinter mir und als nicht so sehenswert empfunden hatte.

Um kurz vor Zehn war ich schliesslich nach einigen Umwegen am zentralen Busbahnhof. Dort herrscht unuebersehbares treiben. Schreien. Hupen. Rennen. Bremsende Busse. Quietschende Moppedreifen und aufheulende Busmotoren.

Ich lasse mich von einem Mann zu einem Bus nach Fes bringen. Ich muss mich sehr beeilen weil der Bus gleich losfaehrt. Ich frage noch ob es der Bus ueber Casablanca oder die Berge ist. Casablanca. Aber der andere geht erst um vier Uhr und dann komme ich erst in der Nacht in Fes an. Also springe ich schnell in den Bus bezahle meine 145Dh und mache es mir in dem alten, schrabbeligen aber immerhin leeren Bus bequem. Ich frage nochmal zur Sicherheit den Busfahrer ob das der Bus nach Fes ist, und da der mich nur doof anglotzt frage ich nochmal in die Runde. die Leute nicken oder schauen weiter gelangweilt aus dem Fenster. Kaum habe ich mich ausgebreitet, heult der knatterige Busmotor auf und der Bus faehrt an. Ich schliesse die Augen. Als ich die Augen wieder aufmache sind wir gerade mal einen halben Meter weiter gekommen. Der Bus steht wieder. Eine ganze Reihe Leute steigt ein. Sie sitzen noch gar nicht, da beginnt der Bus rueckwaerts auszuparken. Ich lehne mich gemuetlich an meinen Rucksack und strecke die Beine ueber das lose Sitzkissen meines zweiten Sitzes. Und wieder schliesse ich die Augen. Als ich die Augen oeffne springen gerade drei Leute mit Suessigkeiten in den Bus. Sie schreien wild gestikulierend rum und versuchen ihren Kram loszuwerden. Der Bus faehrt wieder an und die Jungs springen maessig panisch ab. Wir fahren tatsaechlich. Am Tor des Busbahnhofes werden wir von Waechtern aufgehalten. Die kurze Untebrechung nutzen noch mal Leute um in den Bus zu steigen. Jetzt sind schon fast alle Plaetze des urspruenglich so leeren Busses belegt und wir stehen schon eine dreiviertel Stunde seit ich so hektisch in den Bus gestiegen bin. Ich frage mich langsam ob es wirklich eine gute Entscheidung war diesen Bus zu nehmen. Immerhin sind 145Dh nicht so viel, dass ich nicht einfach noch einen anderen Bus nehmen koennte. Doch in diesem Moment verlassen wir den Busbahnhof.

Wir fahren. Endlich. Doch schon an der naechsten Kreuzung haelt der Bus wieder. Weitere Leute steigen ein. Nach einigem Zoegern mache ich einem jungen Mann meinen zweiten Platz frei und raeume meinen Rucksack nach hinten, auf eine noch leere Sitzbank die eigentlich nur als Ablage und nicht als Sitz dienen kann, da man auf einer geraden Metallplatte sitzen wuerde, mit einer geraden Metallplatte und unfoermig hervorstehenden Fenstern im Ruecken.
Nun scheint aller Komfort in dem Bus verloren zu sein. Doch das Urteil erweist sich als vorschnell.

Nach keinen zweieinhalb Minuten Fahrt steigt eine Gruppe Frauen, scheinbar alle aus einer Familie ein. Die aelteste kommt zu erst zu uns nach hinten. Die Frau ist mit Sicherheit schon ueber Sechzig. In einem Moment unbedachter Routine mache ich der Frau meinen Platz frei und setze mich hinten aufs Brett zu meinem Rucksack. Die anderen Frauen, samt einem Baby und einem Kleinkind setzen sich neben mich.

Jetzt ist aller KOmfort verloren. Vorne stossen die Knie an. Im Ruecken habe ich immer entweder den Fensterrahmen oder die hintere Ecksaeule des Busses. Halb auf meinem Schoss sitzt ein dickes verzogenes, sabberndes Kleinkind und zu den Seiten ist nicht ein Zentimeter Platz mehr. So eingekerkert machen wir uns schliesslich wirklich auf den Weg.

Der Bus haelt an jeder Milchkanne und ich beginne langsam an meinem Zeitplan zu zweifeln. Zwischendurch steigen immer wieder Leute aus und wieder zu. Irgendwann schaffen es die Frauen nach vorne aufzuruecken, ich hingegen komme aus meiner Ecke mit meinem Rucksack so leicht nicht mehr raus.

Nach ueber fuenf Stunden Fahrt erreichen wir schliesslich Casablanca. Alle Leute steigen aus. Ich frage einen Mann ob der Bus denn nicht weiter nach Fes faehrt. Er bedeutet mir nur ich solle ihm folgen. Also steige ich aus und folge ihm zu einem der vielen Busse auf dem Busbahnhof von Casablanca. Als er auf einen Bus deutet und sagt "Fes", beschwere ich mich und sage, dass ich aber schon mein Ticket nach Fes bezahlt habe. Da zuckt er nur die schultern, sagt "Diebe" und geht. Ich gehe zurueck zum Bus um mich ueber den Betrug zu beschweren, denn fuer die Fahrt nach Fes haette ich nur 80Dh zahlen muessen und in dem Bus wahrscheinlich sogar nur 50 oder weniger, doch der Bus ist weg.

Da hat doch erst ein Marrokaner fuer seine Provision auf seine Tradition der Gastfreundschaft verzichtet und mich bewusst in einen falschen Bus gesetzt und mi dafuer, dass er mir meine Wunschroute klaut auch noch den doppelten Preis abgeknoepft. Und dann hat eine ganze Busladung das einfach nickend und unkommentiert hingenommen und meine Freundlichkeit nicht mal mit Aufrichtigkeit quitiert.

Mehr oder weniger Notgedrungen nehme ich also den naechsten Bus nach Fes und bezahle nochmal meine 75Dh. Dieser Bus ist nun endlich recht komfortabel aber ich bin noch voellig genervt von den Marokkanern und kann nicht so recht verstehen, wie man sein kleines Kind im Bus, direkt vor mir, wickeln kann und dann mit dem wiederlich fleckigen Wickeltuch dem Kidn Luft zu faecheln, bzw. zu mir rueber wedeln kann. Dennoch, die Fahrt geht gut und ich sage mir das ich bei dieser Fahrt entlang der durchgaengig besiedelten Kueste zwar nicht zu sehen kriege, was Marokko zu bieten hat, aber immerhin das was die meisten Marokkaner ihr Marokko nennen. 

Langsam wird es Dunkel. Rabat haben wir immerhin hinter uns aber noch steht Meknes als letzter grosser Stop vor Fes bevor. Doch Meknes laesst auf sich warten. Noch ein Stop. Dann noch ein Stop. Es ist schon lange Dunkel, die mondsichel steht waagerrecht wie eine Schuessel am Himmel und der grosse Wagen zu meiner Linken deutet immerhin daraufhin, das wir uns richtig Richtung Nordosten bewegen.

Schliesslich Meknes.
Der Bus endet hier.
Also entschliesse ich mich in Meknes einer alten Koenigsstadt zu uebernachten und Morgen weiter zu fahren. Dann gleich direkt um 12 den Bus nach Chefchaouen nehmen und von dort am Donnerstag wieder nach Sueden, nach Fes fahren.

Hier in Meknes schliesslich finde ich nach einigem Suchen schliesslich ein Hotelzimmer fuer 70Dh. Die Hotelfrau scheint des Lesens und Schreibens nicht maechtig zu sein, weshalb ich mein Anmeldeformular selbst ausfuellen muss. In Doppelter Ausfuehrung.

Bevor ich dann diesen Eintrag hier schrieb, habe ich mich auf den fast verlassenen zentralen Platz hier gesetzt und in einem Restaurant eine Pizza gegessen. Von Marokkanischen Traditionen hatte ich fuer Heute genug. Die Pizza soll 50 Dh kosten. Als ich aufspringe und genervt mein "viel zu teuer" raushaue, sagt mir der Kellner das ich alles fuer 20 Dh weniger bekommen kann. Also bleibe ich.

Nach einer Weile setzt sich ein junges marokkanisches Paerchen in meine Naehe. Ihre Karte sieht anders aus als meine. Als sie schliesslich ihre Pommes aufgegessen haben, schnappe ich mir ihre Karte und: Boum! 

Alles 20Dh guenstiger.
Waehrend ich meine Pizza esse setzen sich zwei Hollaender, Papa und Sohn in meine Naehe. Der Kellner gibt ihnen die Touristenkarte. Als der Kellner gerade nicht in der Naehe ist aber gerade rueberschaut zeige ich den beiden Touris vergnuegt die Marokkanerkarte. Als sie dann auch von dieser Karte aus bestellen erklaert ihnen der Kellner hoeflich, dass es sich um eine Gruppen und eine Einzelkarte handele. Als ich fertig bin und bezahle meint der Kellner: Komm Morgen wieder. Du kriegst auch die Marokkaner und nicht die Touristenkarte.

Ich kann mir nicht verkneifen auch das meinen beiden Touris zu erzaehlen. Heute gilt meine Solidaritaet auf jeden Fall den Touris und nicht den Marokkanern die fuer ein paar Dirham ihre Tradition der Gastfreundschaft vergessen.

 

7.3.11 23:38


MARRAKESCH

Hallo,

hier in Marraksch sieht die Welt weiterhin psychedelisch bunt aus.

Mehr bleibt kaum zu sagen. Weiter gibt es zunaechst nichts besonderes. 

Fahre Morgen wohl weiter nach Fes und von dort je nach Laune vielleicht gleich oder Uebermorgen weiter nach Chefchaouen.

6.3.11 22:40


MARRAKESCH-SYNAGOGE

Kurz vor Neun. Sieben, acht marokkanische Juden und eine ganze Familie von ebenfalls sieben, acht Leuten aus Israel die zu Besuch sind sitzen in der kleinen Synagoge. Die ersten Gesaenge klingen furchtbar, der Rabbi ist monstroes dick. Mit der Zeit wird der Gesang besser, der Rabbi aber nicht duenner. Dafuer darf ich die Thora tragen. Auch gut.

Spaeter zum Abendgebet geht es in eine andere Synagoge. Ein Mann hat unten in seinem Wohnhaus einen Raum zu einer Synagoge ausgebaut. Das Abendgebet dauert nur kurz. Danach gabs noch Keckse und Tee, dann wurde noch eins draufgelegt. In Zwei Wochen ist ????? und ausserdem ist Heute bzw. Morgen der Anfang des neuen Monats nach juedischem Kalender. Das muss schliesslich gebuehrend gefeiert werden....

Als auch das vorbei ist spreche ich noch kurz mit dem Hausherrn und seiner Frau. Sie leben seit vierzog Jahren in diesem Haus am Rande der Mellah, dem juedischen Viertel und ehemaligen Ghetto. Naechstes Jahr werden sie Marokko verlassen und ihre letzten Jahre bei ihren Kindern und Enkeln in Israel verbringen.

So geht es hier immer. Vielleicht hatte ja Simon Levy recht (Benjamin Moscovici berichtete live aus Casablanca) und Israel hat dem sephardischen Judentum Nordafrikas die Lebensgrundlage genommen. Auf jeden Fall wird Marokko im naechsten Jahr ein eindrucksvolles Gesicht verlieren.

5.3.11 21:26


MARRAKESCH FRIEDHOF UND SYNAGOGE

Hallo,

gestern habe ich beim Fruehstueck irgendwo in einem kleinen Laedchen mitten in der Stadt einen jungen Amerikaner getroffen, mich mit ihm unterhalten und bin dann den restlichen Tag mit ihm durch die Stadt gelaufen.

Nach dem Fruehstueck, das aus einem "Crepe" und zwei Tees bestand, Crepe ist irgendein flaches Teiggebaeck das auf grossen flachen Platten gebraten wird und dann mit nichts oder Kaese bestrichen wird, sind wir zunaecht zur Synagoge gegangen. Die steht Besuchern hier einfach offen, ausser zu den Gebetszeiten. Unterwegs haben wir noch einen Haendler getroffen, der lauter alten juedischen Kram sammelt und ihn verkauft um mehr zu kaufen. Gefuehrt wurden wir etwas unfreiwilliger Weise von einem kleinen Jungen. Was hinter den Mauern liegt laesst sich nicht erahnen. Es ist eine ungekennzeichnete einfache Tuer. Wer hindurch geht und durch einen kleinen dunklen Tunnel geht den empfaengt dahinter Licht. Blau.

Es ist die hier typische Architektur auf der Grundlage eines grossangelegten Quadrats. Die Struktur laesst Platz fuer einen Innenhof mit einem kleinen Brunnen und ein paar Orangen oder Zitronenbaeumen. 

Dieser Innenhof ist das Herz der Synagoge. Drummherum auf Saeulen gestuetzte Rundgaenge. Die Waende mit kuehlen blauen Kacheln gefliest. Die Fliesen fuegen sich immer zu Davidssternen zusammen und ergeben eine endlose Sternhimmelwand aus Licht Schatten, Blau und Sternen.

Die Synagoge selber war nur noch maessig interessant, schoen oder bemerkenswert.

Der Friedhof hingegen, den wir dann im Anschluss besuchten war wiederum sehr eindrucksvoll. Vor lauter kleine langgeszogen Betonpyramiden. Kindergraeber aus der Pestzeit. Ohne Namen. Ohne Datum. Nur viele. Jedes hat die Laenge das darunter begrabenen Kindes. Weiter hinten finden sich verschieden Grabstrukturen. Es gibt flache Platten die auf dem Boden aufliegen, manche glatt und unbeschrieben, manche mit deutliche eingravierten hebraeischen Abschiedsspruechen. Manche Graeber haben auch franzoesische Texte. Es gibt Graeber die wie ueberirdische Steinsaerg aussehen und welche die wie alte Stufenpyramiden angelegt sind. Dicht aneinandergereiht, bedecken sie auch hier wie in Casablanca ein weites Feld. Gerade ausserhalb der Stadtmauer hat der Friedhof Heute eine recht zentrale Lage und ist gut instand gehalten. Der Aufseher sagt, der Koenig und die Gemeinde teilen sich die Finanzierung.

 

4.3.11 12:39


MARRAKESCH JEMAA AL FNE

Hallo,

ich bin heute kurz vor Einbruch der Daemmerung in Marrakesch eingetroffen und habe prompt ein schoenes Zimmer in einem Hotel gefunden, das sogar sauber ist und eine wunderschoene Dachterasse hat. Von dort aus sind es keine zwei Minuten bis zum zentralen Marktplatz, der jemaa al fne.

Mit zunehmender Daemmerung dauchen dort ueberall Schlangenbeschwoerer, Zauberer, Wahrsager, Kraeutermixer, und Transvestitenbauchtaenzer auf. Ueberall wird Musik gemaacht, ueberall sitzen Leute zusammen und versuchen mit wildem getrommel, gefiedel, Gesinge und Getanze die Aufmerksamkeit der unendlichen Besucherscharen auf sich zu ziehen

Dieser Platz der urspruenglich im 11. Jh oeffentlichen Hinrichtungen diente ist inzwischen seit Jahrhunderten der Ort an dem sich die Zeiten in Marokko treffen. Hier verweben die Geschichtenerzaehler und wahrsager Vergangenheit und Zukunft. Immer dabei: Viel Fantasie.

 

2.3.11 21:07


CASABLANCA GEMEINDEVORSTAND MAROKKO

Eigentlich wollte ich jetzt demnaechst schon in Marrakesch sein, im LonelyPlanet hiess es der Bus wuerde 10 mal taeglich fahren. Jetzt muss ich aber noch drei Stunden warten und nutze die Zeit fuer einen kurzen Eintrag.

Heute Morgen war ich noch bei dem Vorstand der juedischen Gemeinde Marokkos. Das ist ein relativ grosses Buerogebaeude und wirkt weniger persoenlich als das kleine Arbeitszimmer des Monsieur Cameo. Dort koennen Ehen standesamtlich auf juedisch geschlossen werden und es gibt eine ganze Abteilung die sich nur um die Versorgung der armen Gemeindemitglieder kuemmert. Die Frau mit der ich dort kurz gesprochen habe zeigte mir Listen mit all den Leuten um die sie sich persoenlich kuemmert. Ueber Achtzig. Sie erhalten verschiedene Summen gegen eine unterschrift und zu Pessach werden Pakete verteilt. Alles finanziert durch die Gemeinde selbst. Da kommt kein Penny aus Israel.

Das Verwaltungsgebaeude liegt ganz in der Naahe der beiden grossen und bekannteren Synagogen Bet EL und Benharrosch. 

Karte

Uebrigens> ich habe gerade auch noch in dem Eintrag "Juedisches Museum eine Karte eingefuegt um zu weigen wo es liegt. Anfangspunkt in der Karte ist mein Hotel.

2.3.11 13:12


CASABLANCA MONSIEUR LEVY

Ich bin schon halb am Tor vorbei, da tritt ein aelterer Herr auf die Strasse. Es ist der Hintereingang zum juedischen Museum. "Sind Sie Monsieur Simon Levy?" "Auf den Simon Levy Quatsch hab ich grad gar keine Lust."

Um 14Uhr hatte ich eine Email bekommen und nur zufaellig keine 10min spaeter uebers Handy abgerufen, in der es hiess, dass es schoen waere, wenn ich noch vor 14 Uhr kommen koennte um den Gruender und Direktor des einzigen juedischen Mueseums auf arabischem Boden zu treffen. Natuerlich hatte ich mich sofort auf den Weg gemacht und es tatsaechlich geschafft um halb Drei beim Museum zu sein.

"Ich bin muede und will Mittagessen! Stellen Sie Ihre Fragen, und zwar schnell!" Genervt wendet sich der Ende 60jaehrige Mann ab. Seine Handbewegung versucht mich wie eine laestige Fliege beim Mittagschlaf zu verscheuchen. Langsam keucht er vor mir Treppe rauf. Ruecken und Herzbeschwerden machen dem ehemaligen Professor mehr zu schaffen als er sich anmerken lassen will. Herrisch kommandiert er seine Sekretaerin ihm ein Thunfischbrot zu machen. Seine Sekretaerin hatte mich bereits gewarnt: "Er ist ein sehr deutscher Jude. Manchmal schwierig und aeusserst herrisch..."

Meine erste Frage wird gleich abgeschmettert. "Ich wurde nicht geboren! Ich bin noch lange nicht geboren!" Eine interessante Antwort auf eine recht profane Frage, die nur das Gespraech aufnehmen sollte.

Zweieinhalb angeregte durchaus demuetigende Stunden folgen. Er erzaehlt mir die ganze Geschichte des Marokkanischen und Sephardischen Judentums und stellt zwischendurch immer wieder Fragen wie "was soll das, die Juden aus Spanien zu vertreiben?" Da ich spontan keine ueberaus weise Antwort parat habe und mich auch nicht in Belehrungen verlieren will, antworte ich "je ne sais pas...?" "Du hast gar nichts verstanden! Du bist zu jung um ueber Juden zu schreiben! Das ist eine zu alte Geschichte. Mach einfach ne kleine Notiz fuer deine Zeitung. "Es gibt ein juedisches Museum in Casablanca. Es ist das einzige auf arabischem Boden." Das muss reichen."

Da er frueher an der UNiversitaet von Marrakesch Spanisch und Linguistik doziert hat bezieht er sich immer wieder auf diesen Bereich. Schliesslich, nachdem er mir noch sein geheimes Archiv mit ueber 500 Jahre alten Buechern und seine Druckerpresse mit freibeweglichen hebraeischen Lettern gezeigt hat und viele Ausstellungsstuecke teilweise wiederholt aus verschiedenen Perspektiven und ausfuehrlich erklaert hat, gesteht er zum Abschied schliesslich doch, dass er sich ueber das Gespraech sehr gefreut hat und mein Interesse sehr schaetze. "Aber die Dinge verdrehen wirst du doch! Alle tun das. Immer."

 

1.3.11 21:48


CASABLANCA FRIEDHOF

Hallo,

Beim Bsuch im Museum Gestern hatte ich der Sekretaerin meine Email Adresse gegeben um mir einen Termin beim Directeur zu verschaffen. Nachdem ich Heute Morgen als erstes meine Mails gecheckt habe und dort nichts neues war, habe ich mich also auf den Weg zum juedischen Friedhof gemacht.

Mitten in einem ziemlich heruntergekommen Basarviertel der Stadt liegt hinter einer drei Meter hohen Mauer der alte juedische Friedhof. gegen ein Trinkgeld von 10Dh, also einem Euro, habe ich fast wzei Stunden auf dem Gelaende zwischen all den verfallenden Totendenkmaelern verbracht. Auf einem Gebiet, das etwa die Flaeche von zweieinhalb Fussballfeldern umfasst teilen sich hunderte von Grabplatten verschiedenen Alters und unterschiedlicher Formen enggedraengt den Platz mit den Kulturueberbleibseln der letzten Jahre in Form von unzaehligen Plastikfetzen, Glasscherben, Kippen und sonstigem Muell. Zwischen den Steinen tiegern streunende Hunde umher und waermen sich auf den weissen Steinplatten. Voegel, wie kleine, dreckig weisse Reiher, von der Statur eines Kormorans und zerzauste Moewen pruegeln sich um all den Muell und ziehen vom seltenen Besuch aufgescheucht  enge Kreise ueber der Muellkippe.

Die Bilder die ich gemacht habe kann ich leider nicht online stellen, weil ich das Verbindungskabel in Deutschland gelassen habe. Und SD Slots haben die PCs zumindest in diesem Internet caffee nicht.

1.3.11 21:19


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